29. bis 31. Juli

Am Sonntag, 29.07.12

mussten wir schon frueh (6.30 Uhr) aufstehen, weil wir noch vor dem Fruehstueck unsere  Reisetaschen fuer den 3-taegigen Ausflug, den wir fuer das Wochenende geplant hatten , packen mussten. Um halb acht gings mit dem Bus der Tema Joint Church entlang der Kueste Richtung Westen, wo wir gegen zwoelf im Ferienkamp “Kasapa” ankamen. Nachdem wir uns immer zu zweit in ein Zimmer, ausgestattet mit Holzbetten + Moskitonetz, Holzregal und Solarlampen, einquartiert haben , gab es erstmal einen leckeren  Snack: Thunfisch-  oder Ruehreisandwich, Salat oder typisch ghanaischen Kuchen aus Plantain (Kochbananen) und Erdnuessen. Danach wurde uns das von dem ghanaisch- deutschen Ehepaar  gegruendete “Dorf” gezeigt, das aus vielen kleinen, auf traditionelle und naturnahe bzw. nachhaltige Weise gebaute Lehmhuetten und mit Strohdach, einem ebenfalls mit Stroh gedeckten riesigen Pavillion und der Kueche und dem Haus der beiden Leiter besteht. Nicht zu vergessen sind natuerlich die  total biologischen und Wasser sparenden Plumpsklos, die dank der guten Lueftung garnicht so arg stinken.

In der Mittagspause konnten wir endlich mal so richtig entspannen, entweder in einer der vielen (biologischen) Haengematten oder am Strand, der wunderschoen gewesen waere, wenn nicht ueberall Muell rum gelegen haette. Es tat sehr gut, wieder ein wenig zur Ruhe zu kommen, denn obwohl die letzten Tage sehr schoen,  interessant und lustig waren, manchmal war es aber auch ziemlich stressig.

Zum Abendessen um halb  sieben gab es Spaghetti mit Thomatensosse (endlich wieder europaeisches Essen!! Ghanaisches Essen ist natuerlich echt lecker, aber nach einer Woche tut es auch gut, mal wieder etwas vertrautes zu essen). Als Dessert wurde uns bzw. Anika und Steffen, die  beide am naechsten Tag Geburtstag hatten, ein Trommelworkshop serviert. Da es schon dunkel war, holten wir die hauseigenen Petroleumlampen  und gingen auf die grosse Liegewiese, wo schon Stuehle und Trommeln standen.

Im Petroleumlicht (sehr gemuetlich) uebten wir mit unseren ghanaischen Trommellehrern zuerest die verschiedenen Techniken: 1. “Open” mit der flachen Hand auf den Rand der Trommel schlagen, 2.”Slap”:das gleiche wie “open”, nur laesst man die Hand auf der Trommel liegen, der Ton klingt nicht mehr so laut, und 3.”Bass”: man legt den Daumen schraeg von unten an den Zeigefinger  (wie eine umgedrehte Schuessel) und schlaegt in die Mitte der Trommel. Danach haben wir verschiedene Rythmen ausprobiert, auch mit sticks ( Holzschlaegel), oder zweistimmig. Einmal stellten wir uns auch im Keis auf und haben zwei ghanaische Lieder gelernt. Es war ein echt schoenes und kreatives (Vor-) Geburtstagsgeschenk, das Anika und Steffen (obwohl er einfach kein Rythmusgefuehl hat) glaub ich  gut gefallen hat.

Nach der herzlichen  Verabschiedung unserer Lehrer setzten wir (die Jugendlichen) uns noch auf die Terasse von einem unserer Haeuschen und warteten darauf, dass es 12 Uhr war. Als es endlich so weit war, gratulierten wir natuerlich den Geburtstagskindern, Steffen zum 18. Und Anika zum 19. Geburtstag. Anika bekam einen Gutschein fuer ein Tuch aus original ghanaischem Stoff, den wir auf dem Markt gekauft haben , Steffen ein Hemd , das wir beschriftet hatten, und die Urkunde zur Anerkennung der roehlaendischen Staatsbuergerschaft.

Total muede ging ich relativ schnell nach dem “Fest”  in unser Zimmer und trotz Angst vor diesen Insekten, die wir schon gesehen hatten, konnte ich dank des Meeresrauschens schnell einschlafen.

Montag, 30.07.2012

Das erste, was ich hörte, als ich aufgewacht bin, war das Meer, das beruhigend rauschte.

Nach dem leckeren Frühstück im Pavillon in Kasapa, fuhren wir mit dem Tema-Joint-Church-Bus und Prince Abdallah als Guide in die Stadt Elmina, die westlich von Tema liegt. Dort steht die älteste Sklavenburg Ghanas, die wir auch besichtigten. Vom 16. bis zum 19.Jahrhundert war der Sklavenhandel in vollem Gange. Die Menschen wurden zusammengetrieben und in der Burg so lange in dunklen engen Zellen festgehalten, bis die Schiffe, die sie nach Amerika bringen würden, bereit waren.

Anschließend zeigte uns Prince Abdallah noch die Stadt Elmina, vor allem die Ahnenschreine der fünf ethnischen Gruppen der Stadt und eine Kirche, von der aus man ganz Elmina mit seinen Burgen überblicken konnte. Bevor wir weitergefahren sind, haben wir noch in einem Restaurant in Elmina gegessen, ein Geschmackserlebnis (!) – endlich wieder Pommes Frites.

Nach zwanzig Minuten Fahrt kamen wir im Hotel „Hans Botel” an, wo es sogar Krokodile gab. Steffen traute sich sogar, im Beisein eines Wärters, eines zu streicheln. In diesem Hotel warteten wir, bis unser Guide unsere Zelte für die Nacht im Kakum Nationalpark, einem Regenwaldgebiet, aufgebaut hatte. Wir vertrieben uns die Zeit damit, Berichte für unseren Blog zu schreiben oder im Pool (ohne Krokodile) schwimmen zu gehen. Abends schließlich gab es noch im Hotel ein Bufet – auch mit Pommes Frites. Nachdem der Guide wieder zurückgekommen war, fuhren wir weitere 45 Minuten zum in Ghana sehr bekannten Nationalpark. Hier sollten wir die Nacht in Zweierzelten auf einer kleinen Pl alle attform mitten im Regenwald verbringen. Der kleine Haken daran war der zehnminütige Weg durch den Regenwald. Natürlich hatten wir alle Taschenlampen dabei, aber kurz bevor wir an den Zelten ankamen, kam die Ameiseninvasion. Plötzlich waren sie überall. In Sekundenschnelle sind sie von meinen Schuhen bis über die Haare, sogar teilweise in unseren Nacken vorgedrungen und haben uns wie verrückt gebissen – und sie wurden einfach immer mehr. Jeder ist herumgehüpft wie besessen, die Bisse taten richtig weh. Anika, die bei mir im Zelt schlief und ich brauchten noch fast eine Stunde, bis wir die letzte Ameise aus dem Zelt entfernt hatten. Wir dachten, das würde keine schöne Nacht werden.

Doch als wir uns endlich hinlegen konnten, hörten wir die Geräusche des Regenwaldes um uns herum. Überall zirpte, pfiff oder lärmte etwas. Besonders gut zu hören war ein Murmeltier ähnliches Tier, Noah Noah genannt, denn es klingt, als würde er nach Noah (der in der Arche) schreien. Er fängt leise an und wird immer lauter und kreischender und verzweifelter. Sobald ich mich an die Geräuschekulisse gewöhnt hatte, schlief ich sofort ein.

Dienstag, 31.07.2012

Morgens wurden wir gegen sechs Uhr von den ersten Sonnenstrahlen geweckt, die durch das Blätterdach drangen. Später kamn Martin und unser Guide, Prince Abdallah, um uns zu wecken. Voller Angst, dass wir wieder durch die Ameisenhölle gehen mussten, packten wir unsere Sachen zusammen und verließen unser Zelt. Unsere Ängste waren unbegründet, der Waldboden war ameisenfrei. Erleichterung! Zurück am Parkplatz legten wir unsere Taschen in den Bus und gingen zu unserer geführten Tour. Da wir so früh aufgestanden sind, waren wir vor den anderen Touristen und  Schulklassen da.

Der bis 40 m Canopy Walkway ist ein „Weg”, der über sieben Hängebrücken führt, die zwischen Bäumen gespannt sind. An den Bäumen wurden Plattformen festgemacht, von denen die höchste 40 m über dem Waldboden schwebt. Am Anfang schaukelten die Brücken, aber mit der Zeit ging es immer besser. Nach der Hängebrückentour führte uns der Touristenfüehrer des Parks noch über einen Naturlehrpfad und zeigte uns viele Bäume wie Palisander, Ebenholz, Heilpflanzen, Vögel und Insekten.

Nach der Tour fuhren wir in ein kleines Restaurant, wo wir uns mit Heißhunger über ein leckeres Frühstück mit Rührei hermachten – wir waren schließlich

ohne Frühstück mit nur einer Tasse Tee und Keksen zur Tour aufgebrochen.

Wir nutzten die Gelegenheit und interviewten unseren Guide Prince Abdallah. Er ist ein echter Prinz und nach dem Tod seines Vater und seines Onkels als dessen Nachfolger derzeit auf die Übernahme eines Königreichs eines kleinen Volkes im Norden vorbereitet. Dann wir er einer der zehn Könige in Ghana mit Sitz im „Haus der Chiefs” sein.

Später besuchten wir das Sklavenmuseum in Cape Coast, das in einer ehemaligen Sklavenburg untergebracht ist. Das Museum war sehr schön gemacht. Wir konnten viel über den Sklavenhandel herausfinden.

Wieder in Martins Haus ich Kpone angekommen, aßen wir Reis. Charlotte und ich übten noch ein kleinen Mozart-Duett auf der Geige und Flöte, die wir für eine Musikschule in Accra mitgebracht haben, für den Geburtstag von Dr. Narh, einem guten Freund von Martin, der die gesamte Gruppe zum Essen eingeladen hat.

Abends lagen wir noch ein bisschen rum und haben Musik gehört, bis wir irgendwann eingeschlafen sind.

Fanny

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