27. und 28. Juli

Freitag, 27.07.2012

Entgegen allen ghanaischen Gewohnheiten waren wir heute zum ersten Mal 20 Minuten zu früh. Nachdem wir also eine gefühlte Ewigkeit auf die anderen gewartet hatten, ging es mit dem Joint-Church-Bus los in Richtung Akosombo.

Nach dem Einholen der Besichtigungsgenehmigung von der “Volta River Authority” ging es endlich auf den 1965 fertig gestellten Staudamm, dessen gewonnene Elektrizität fast ganz Ghana mit Strom versorgt. mehr

Doch ebenso wie in China mussten auch hier ganze Dörfer umgesiedelt werden, was auch heute noch für viele Probleme sorgt. An manchen Stellen kann man bei niedrigem Wasserstand sogar noch, mittlerweile steinharte, Baumstämme aus vergangenen Zeiten aus dem Wasser ragen sehen.

Auf der Rückfahrt durch die “Krobo area” legten wir einen kurzen Zwischenstopp beim Haus des ghanaischen Lehrers Mr. Stephen ein. Er wohnt in dem Dorf, in dem jedes Jahr im Oktober Ghanas berühmtes Dipo-Ritual gefeiert wird. more

 Schon vor einem Jahr, bei dem Besuch der Ghanaer in Deutschland, hatte er uns erzählt, dass er bald heiraten würde. Somit waren wir mehr als gespannt, nun endlich seine Frau und sein neugeborenes Baby kennenlernen zu dürfen. Nach einem Spatziergang durch die engen Gassen der Stadt landeten wir plötzlich am Rande des Dorfes und vor uns, mitten im Grün, befand sich das Haus von Mr. Stephens Familie. Von seinem Vater geerbt war es zwar schlicht aber groß und sehr schön. Sofort wurden wir aufs Herzlichste begrüßt und von Mr. Stephens „extended family” augenblicklich in deren Kreis aufgenommen. Fast schon peinlich war es uns, als sie anfingen uns liebevoll mit Softdrinks zu versorgen, obwohl sie sich das bei Mr. Stephens geringem Lehrergehalt von 480 Cedi (ca. 240 Euro) wohl ansonsten nie leisten könnten.

Zwei weitere Zwischenstopps legten wir bei unseren Partnerschülern Abigail und Miriam ein, um auch deren Lebensumfeld kennenzulernen. Auch hier waren wir beeindruckt, unter welch einfachen Bedingungen unsere Partnerschülern lebten und welchen weiten Weg sie täglich auf sich nahmen, um die TIM-VTTC besuchen zu können.

Samstag, 28.07.2012

Heute war eigentlich ein Erholungstag am Meer in Kpone geplant. Doch für mich stand noch etwas viel Interessanteres auf dem Programm: Die Cousine meiner Gastmutter heiratete und ich war eingeladen. Nachdem wir für eine eigentlich 45-minütige Fahrt ganze 4 Stunden brauchten, weil keiner wusste, wo sich die Kirche im riesigen Slum von Accra genau befand (Adressen gibt es nur in manchen Gegenden), hatten wir die kirchliche Trauung leider verpasst. Doch da es sich leider eh um “a normal wedding” (also keine traditionelle afrikanische Hochzeit) handelte, war das zwar schade, aber nicht weiter tragisch. Somit fuhren wir also direkt zum anschließenden Empfang. Dort mussten wir im Flur warten, bis der große Saal geöffnet wurde. Derweil wurde ein Süßigkeitenbuffet mit Bonbons, Kaugummis und Ähnlichem eröffnet, auf das sich vor allem die älteren Frauen gierig stürzten. Der Saal selbst war komplett in lila-rosa-grün eingerichtet, mit weißen Federn und allem drum und dran. Bevor das Brutpaar den Saal betrat tanzten 5 Paare als Begleitung in den Saal und bildeten eine Gasse für die beiden. Als sie schließlich eintraten spielte Musik, Schaumblasen wurden von riesigen Ventilatoren durch den ganzen Raum geblasen und von allen Seiten wurde fotografiert und gefilmt. Der wohl schönste Tag im Leben des frisch vermählten Paares und für mich ein wahres Highlight der Ghana-Reise.

Carolin

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