23. und 24. Juli

Montag, 23.7.2012

Am Morgen  werden wir schon sehr  frueh  in Kpone von drei Taxen abgeholt. Ein Wunder, dass alle samt Koffer  hinein gepasst haben. Auf dem Weg  nach Tema  fahren wir vorbei an den vielen kleinen Shops, die den Strassenrand saeumen und die eine unglaubliche Vielfalt an Waren anbieten. Angekommen an unserer Partnerschule, der TIM-VTTC, werden wir  freudig  von unseren Austauschschuelern begruesst. Ich bin wirklich erstaunt, wie gross die Schule  ist. Es gibt mehrere grosse Gebaeude , in welchen sich Klassenzimmer  und Werkraeume befinden. Ueberall sieht man Schueler fleissig arbeiten. Die Schneiderinnen sitzen an einigen Naehmaschinen und schneiden Stoffe  zu. Die Handwerker sind auf einem entlegenen  Platz und bauen dort eine  Mauer, die Techniker haben Theorieunterricht. In der Kueche sind ebenfalls viele Schueler. Es riecht nach afrikanischen Gewuerzen und die Vorfreude auf das Mittagessen steigt langsam an. Davor gehen wir allerdings zum theoretischen Teil ueber. Nach einigen erfrischenden  Spielen mit der Ghagerpa Gruppe  beantworten  wir  in Kleingruppen einen Fragebogen ueber Hamdys. Wer haette gedacht, dass in  einer Tonne Computerschrott 350 Gramm Gold enthalten sind, in  einer Tonne Erde dagegen nur sieben Gramm.

Gemeinsame Arbeit der beiden Gruppen am Projekt

Nach der arbeitsintensiven  Einheit geht es zum Mittagessen. In der Schulkantine gibt es Reis mit Huehnchen. Alles extrem scharf!  Als Getraenk bekommt jeder ein viereckiges Plastiktuetchen  mit  Wasser. Dieses muss man am Rand mit den Zaehnen  aufreissen. Da wir alle noch ungeuebt darin sind, landete die Haelfte  meines Getraenkes im Gesicht meiner Nebensitzerin. Nachmittags gehen wir in kleineren Gruppen mit den Austauschschuelern auf den Markt. Hier koennen wir zum ersten Mal richtige afrikanische Luft schnuppern. Es ist allerdings nicht moeglich,  unbeobachtet ueber den Markt zu schlendern, denn man steht unter staendiger Beobachtung. Gefolgt von einer Kinderschar, die lauthals “Obroni” (Weisser)  schreit, und unter  den freundlichen Blicken und Gruessen der Marktfrauen laufen wir ueber den Tema  Market.  In den engen Gassen sitzen ueberall fremde Menschen, die meisten verkaufen Obst, Gemuese und Elektrogeraete. Es ist wahnsinnig, wie viele Menschen sich auf dem Markt befinden. Ghanaer schlafen uebrigens ueberall!  Ob an  der Theke ihres Ladens, auf dem Boden oder auf dem Stuhl. Auf dem Markt begegnete ich sogar einem Mann, der zwischen seinem Obst in einer Schubkarre schlief. Nach einer Weile genehmigen wir uns eine frische Kokosnuss und machen uns, erfuellt von den neuen Eindruecken, des bunten  Marktgeschehens auf den Rueckweg.

Dienstag, 24.7.2012

Nach dem Wohl ueppigsten Fruehstueck  meines Lebens (Porridge, Brot, Omelett, Baked Beans und zwei Wuerstchen) und einer eiskalten Dusche aus den Wassereimern, die in unserem Badezimmer stehen, da das Wasser mal wieder ausgefallen ist, werden wir vom Schulbus abgeholt.

Dort  treffen wir die anderen deutschen, einige unserer ghanaischen Partnerschueler und viele andere Jugendliche. Wir fahren zu einem Sportwettkampf der staatlichen Berufsschulen in der Haupstadt Ghanas, Accra. Die Busfahrt ist sehr interessant. Es macht Spass, mit den Gleichaltrigen ins Gespraech zu kommen. Ausserdem ist in einem mit afrikanischen Schuelern  vollgestopften Bus immer etwas los. Es wird gesungen, getanzt und gefeiert. Zur allgemeinen Belustigung muss ich einen traditionellen Tanz, genannt “Assonto”  lernen…  Im Sportstadium werden die verschiedenen Schueler durch Reden und gemeinsames Beten begruesst. Der Wettkampf geht den ganzen Tag.  Jungen und Maedchen treten in den Disziplinen Volleyball, Fussball und Tischtennis gegeneinander an. Von den Trikots bis zu den Schiedsrichtern ist alles sehr professionell, dass sportliche Niveau sowieso. Am Ende koennen unsere Maedchen das Volley- und  Tischtennisturnier sogar fuer sich entscheiden. Unter dem  frenetischen Jubel der Schueler gehen wir wieder nachhause. Dort machen wir in der Dunkelheit einen Spaziergang mit unseren Gastschwestern. Es ist interessant, wenn die Menschen nicht sofort erkennen, dass man weiss ist. Um den Tag ausklingen zu lassen, kaufen wir , Hannah, unsere zwei Gastschwestern und ich Kelewele (Fritierte Kochbananen mit Erdnuessen). Waehrend wir mit ghanaischen Frauen hinter dem Stand auf der immernoch extrem belebten Strasse sitzen, dem prasselnden Feuer in der Tonne zusehen, interessante Gespraeche mit den Einheimischen fuehren, das frische Kelewele essen und die Sterne ueber uns scheinen, geht ein schoener Tag zuende.

Charlotte

2 Responses to 23. und 24. Juli

  1. Sekretariat says:

    Viele Grüße aus dem Burg-Gymnasium an Euch alle. Leider haben wir noch keine Ferien!
    Wir wünschen Euch noch ein paar schöne Tage und einen guten Heimflug.

    Herr Hohloch, Frau Michalsky, Frau Uber-Deutsch und Herr Oelschlegel

  2. Michael oelschlegel says:

    schöner Bericht.
    Noch ein paar schönbe Tage.
    Papa

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